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Revolut verschiebt Börsengang auf 2028, nachdem es sich die britische Banklizenz gesichert hat

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cryptonewstrend.com
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Revolut verschiebt Börsengang auf 2028, nachdem es sich die britische Banklizenz gesichert hat

Revolut treibt sein Debüt auf dem öffentlichen Markt weiter voran, nachdem es sich eine vollständige britische Banklizenz gesichert hat und seinen Vorstoß in den Vereinigten Staaten wieder aufgenommen hat. Vorstandsvorsitzender Nik Storonsky sagte, das Unternehmen plane, in etwa zwei Jahren an die Börse zu gehen und die Notierung im Jahr 2028 zu platzieren. Der aktualisierte Zeitplan schränkt die frühere Prognose von zwei auf drei Jahre ein und signalisiert, dass sich die Fintech-Gruppe dafür entscheidet, länger privat zu bleiben, während sie ihr Bankmodell ausbaut.

Storonsky sagte, bei einer Börsennotierung gehe es nicht nur um Liquidität, sondern auch um den Aufbau von Vertrauen und den Ruf als etablierteres Finanzinstitut. Mit diesem Ansatz geht Revolut über seine ursprüngliche Identität als Zahlungs-App hinaus und weitet seine Rolle auf Banking, Handel, Kreditvergabe und digitale Vermögenswerte aus. Das 2015 von Storonsky und Vlad Yatsenko gegründete Unternehmen bedient heute rund 70 Millionen Kunden und ist in mehr als 40 Märkten tätig.

Der Zeitplan für den Börsengang verschiebt sich nach hinten, da Revolut länger privat bleibt

Die jüngste Haltung des Unternehmens macht die Erwartungen an ein kurzfristiges Angebot zunichte. Revolut hat Sekundäraktienverkäufe genutzt, um Mitarbeitern und Frühinvestoren Liquidität zur Verfügung zu stellen und gleichzeitig seine private Laufbahn zu erweitern. Die jüngste Sekundärtransaktion, die im November abgeschlossen wurde, bewertete das Unternehmen mit 75 Milliarden US-Dollar, gegenüber 45 Milliarden US-Dollar im Vorjahr.

Berichten zufolge wird für 2026 ein weiterer Zweitverkauf in Betracht gezogen. Dies gibt Revolut eine weitere Möglichkeit, die Liquidität der Aktionäre vor einer Börsennotierung zu verwalten. Bloomberg berichtete zuvor, dass das Unternehmen eine IPO-Bewertung von mindestens 150 Milliarden US-Dollar anstrebt, eine Zahl, mit der es nach Marktwert vor mehreren großen europäischen Banken liegen würde, wenn es erreicht würde.

Das Finanzprofil von Revolut hat sich in dieser privaten Phase gestärkt. Das Unternehmen meldete im Jahr 2024 einen Umsatz von rund 4 Milliarden US-Dollar, ein Plus von 72 % gegenüber dem Vorjahr, sowie einen Vorsteuergewinn von 1,4 Milliarden US-Dollar, ein Plus von 149 %. Später erzielte das Unternehmen im Jahr 2025 einen Umsatz von etwa 6 Milliarden US-Dollar, während der Gewinn im Jahresvergleich um 57 % auf etwa 2,3 Milliarden US-Dollar stieg. Dadurch verlängerte sich die jährliche Rentabilität auf fünf Jahre.

Britische Banklizenz und US-Anwendung gestalten Wachstumspläne neu

Ein wichtiger Schritt in dieser Strategie erfolgte im März 2026, als Revolut nach einem langen Prüfprozess seine vollständige britische Banklizenz von der Prudential Regulation Authority erhielt. Die Genehmigung erfolgte nach einer 18-monatigen Mobilisierungsphase und nach jahrelangen Diskussionen mit britischen Aufsichtsbehörden über Risikokontrollen und Systeme zur Bekämpfung der Geldwäsche. Das Ergebnis verleiht Revolut den vollen Bankstatus in seinem Heimatmarkt.

Im selben Monat beantragte das Unternehmen beim OCC und der FDIC eine US-amerikanische Nationalbank-Charta. Revolut ernannte außerdem Cetin Duransoy, einen ehemaligen Visa-Manager und ehemaligen Chief Executive von Raisin US, zum Leiter seines amerikanischen Geschäfts. Eine US-Banklizenz würde es dem Unternehmen ermöglichen, direkt auf die Zahlungsinfrastruktur der Federal Reserve zuzugreifen und Kredite und Kreditkarten in größerem Umfang anzubieten.

Storonsky sagte, Vertrauen sei ein zentraler Bestandteil der Geschäftstätigkeit einer Bank. Das erklärt, warum Revolut offenbar bereit ist, mit dem Eintritt in die öffentlichen Märkte zu warten. Das Unternehmen versucht, seine Bankpräsenz gleichzeitig in zwei großen Märkten auszubauen, und dieser Prozess könnte wichtiger sein als der Zeitpunkt eines Börsengangs.

Größe, Produktpalette und Kryptozugang bleiben zentral

Revolut zielte zunächst auf teure Devisen, undurchsichtige Bankgebühren und langsame grenzüberschreitende Überweisungen ab. Seitdem hat es sich zu einer breiteren Finanzplattform entwickelt, die Girokonten, Geschäftsbankgeschäfte, Aktienhandel, Kredite, Zugang zu Kryptowährungen und mobile Daten über eSIM-Dienste anbietet.

Das Unternehmen bietet außerdem den Handel mit mehr als 300 digitalen Token an und ist damit eine der kryptofreundlicheren Bankplattformen in Europa.

Diese Produktpalette hat Revolut dabei geholfen, sich von anderen Fintech-Marken wie Chime, Monzo, Starling und N26 abzuheben. Den vorgelegten Zahlen zufolge bleiben diese Wettbewerber entweder unrentabel, kleiner oder beides. Der Kundenstamm, die Multi-Markt-Reichweite und der Fortschritt im Bankwesen haben Revolut zu einer anderen Position innerhalb der Branche verholfen.