Rumänien sperrt 300 Standorte und richtet einen 5-Millionen-Euro-Behandlungsfonds ein, da das Polymarket-Verbot vor Gericht Bestand hat

Die rumänische Glücksspielaufsichtsbehörde veröffentlichte unter Präsident Vlad-Cristian Soare einen einjährigen Tätigkeitsbericht, in dem sie auf mehr als 300 blockierte nicht lizenzierte Websites, das erste staatlich finanzierte Spielsuchtprogramm des Landes und einen kürzlichen Gerichtssieg verwies, der Polymarket weiterhin auf der nationalen schwarzen Liste hält.
Wichtige Erkenntnisse:
Rumänien ONJN hat im Mandatsjahr 2025–2026 über 300 illegale Glücksspielseiten blockiert und 60 Lizenzen entzogen.
Der Conștient și Liber-Fonds in Höhe von 5 Millionen Euro ist Rumäniens erste staatliche Finanzierung für die Behandlung von Spielsucht
Das rumänische Gericht lehnte den Antrag von Polymarket auf Aussetzung am 1. April ab, wodurch die schwarze Liste von ONJN intakt blieb.
Die rumänische Glücksspielregulierungsbehörde teilt die Sperrliste mit
Das Oficiul Național pentru Jocuri de Noroc (ONJN) veröffentlichte am 24. April seinen Tätigkeitsbericht, der die 12 Monate der Durchsetzung und Reform zusammenfasst. Die Zahlen deuten auf eine Neuorientierung hin zur Durchsetzung des Schwarzmarkts hin. ONJN-Inspektoren führten etwa 11.000 Kontrollmaßnahmen durch, verhängten Geldstrafen in Höhe von insgesamt 10 Millionen Lei (etwa 2,2 Millionen US-Dollar), widerriefen 60 Betreiberlizenzen und reichten 70 Strafanzeigen ein. Die Regulierungsbehörde erließ außerdem mehr als 60 Anordnungen zur Entfernung illegaler Online-Inhalte, mit einer Compliance-Rate von 98 % und nahm über 300 nicht lizenzierte Websites in ihre nationale Sperrliste auf.
„Dieses Jahr hat gezeigt, dass Veränderungen möglich sind. Sie sind nicht einfach und nicht ohne Widerstand möglich. Es gab Blockaden, Widerstände und Versuche, wichtige Projekte zu bremsen, sowohl von innen als auch von außen“, sagte Soare in der Begleiterklärung zum Bericht und bestätigte, dass die laufenden Untersuchungen fortgesetzt würden.
Eine wichtige strukturelle Änderung, die den Durchsetzungsvorstoß untermauert, ist das öffentliche Register von Spielgeräten, das im Oktober 2025 vom ONJN eingeführt wurde. Das cloudnative System verknüpft jeden registrierten Spielautomaten und jedes Video-Lotterie-Terminal mit einem eindeutigen QR-Code mit obligatorischer Geolokalisierungsverfolgung. Die Regulierungsbehörde bezeichnete es als das erste seiner Art unter den EU-Regulierungsbehörden. Die Gesetzgebung erweiterte auch die Befugnisse der Agentur, Deaktivierungsanordnungen für illegale Glücksspielinhalte im Rahmen des EU Digital Services Act zu erlassen.
Das ONJN erbte etwa 30.000 unbearbeitete Anträge auf Selbstausschluss, als Soare sein Amt antrat; Dem Bericht zufolge umfasst das Register derzeit etwa 54.000 Personen. Ein Entwurf einer Dringlichkeitsverordnung, der derzeit dem rumänischen Finanzministerium vorliegt, würde das Selbstausschlussverfahren für landbasierte und Online-Betreiber vereinheitlichen und eine obligatorische Bedenkzeit einführen, mit Strafen von bis zu 100.000 Lei bei Nichteinhaltung.
Der konkretste politische Wandel erfolgte am 17. April, als ONJN Bewerbungen für sein Programm „Conștient și Liber“ (Bewusst und frei) einreichte. Der 5-Millionen-Euro-Fonds ist das erste Mal, dass der rumänische Staat die Prävention und Behandlung von Spielsucht direkt finanziert. Bewerbungsschluss ist der 11. Mai, die Umsetzung läuft von August bis Dezember 2026.
Der Tätigkeitsbericht folgt auf Soares Ankündigung vom 1. April über ein Gerichtsurteil in Bukarest, das den Antrag von Polymarket auf Aussetzung der Entscheidung von ONJN über die schwarze Liste ablehnte. „Bei der Entscheidung, Polymarket auf die schwarze Liste zu setzen, geht es nicht um Technologie, sondern um das Gesetz. Egal, ob Sie in Lei oder in Krypto wetten, wenn Sie Geld auf ein zukünftiges Ergebnis unter Kontrahentenbedingungen wetten, sprechen wir über Glücksspiele, die lizenziert werden müssen“, sagte Soare damals. „ONJN wird nicht zulassen, dass Blockchain zu einem Schutzschirm für illegale Wetten wird.“
Rumänien ist im März separat der Balkan Gaming Federation beigetreten, einem regionalen Branchenverband, der die Politik auf den Märkten des Westbalkans koordiniert, ohne die nationalen Regulierungsbehörden zu ersetzen.
Das Conștient și Liber-Programm, die Einführung des Geräteregisters und der einheitliche Gesetzentwurf zum Selbstausschluss befinden sich noch in der frühen Umsetzungsphase. Im ONJN-Bericht wurde anerkannt, dass mehrere Reformen immer noch von der Umsetzung durch Gesetzgebung oder Haushalt abhängen.