SEC-Vorsitzender Paul Atkins fordert den Kongress auf, den Clarity Act zu verabschieden und ihn an Trumps Schreibtisch zu schicken

SEC-Vorsitzender Paul Atkins hat das Warten satt. Am 9. April 2026 forderte Atkins den Kongress öffentlich dazu auf, den CLARITY Act über die Ziellinie zu bringen und ihn Präsident Trump zur Unterzeichnung vorzulegen. Damit signalisierte er, dass sowohl die SEC als auch die CFTC bereit seien, mit der Umsetzung zu beginnen, sobald der Gesetzentwurf in Kraft tritt.
Der Vorstoß kommt, als das Gesetz, offiziell bekannt als H.R. 3633, im Senat in eine kritische Phase eintritt. Es hat das Repräsentantenhaus bereits im Juli 2025 mit einer überparteilichen Mehrheit von 294 zu 134 Stimmen freigegeben. Doch die Verhandlungen im Senat zogen sich in die Länge, und Atkins kam offenbar zu dem Schluss, dass ein öffentlicher Anstoß angebracht sei.
Was der CLARITY Act tatsächlich bewirkt
Der Gesetzentwurf zieht eine klare Grenze zwischen digitalen Wertpapieren und digitalen Waren. Die SEC würde die Aufsicht über Token behalten, die als Wertpapiere fungieren. Die CFTC würde die meisten Blockchain-nativen Token als Waren regulieren. Für die überwiegende Mehrheit der heute existierenden Token bedeutet dies einen Wechsel von der SEC-Zuständigkeit zur CFTC-Aufsicht.
Das Gesetz enthält auch Bestimmungen zum DeFi-Schutz, eine Anerkennung, dass dezentrale Protokolle nicht einfach in Regulierungskästen geschoben werden können, die für traditionelle Finanzen konzipiert sind.
Atkins hob in seinen Ausführungen eine Initiative namens „Project Crypto“ hervor und beschrieb sie als einen Versuch, die Vorbereitung der Behörden auf die Umsetzung des Gesetzes zu optimieren.
Die politische Landschaft und der Stablecoin-Kompromiss
Finanzminister Scott Bessent und Technologieberater David Sacks haben beide ihre Unterstützung für das Gesetz zum Ausdruck gebracht und ihm starke Unterstützung innerhalb der Regierung gegeben.
Ein im Mai 2026 erzielter Kompromiss befasste sich mit Stablecoins: Die Resolution verbietet passive Renditen, was bedeutet, dass Inhaber keine Zinsen auf geparkte Stablecoins verdienen können. Es ermöglicht jedoch aktivitätsbasierte Belohnungen, was bedeutet, dass Emittenten Anreize für bestimmte Verhaltensweisen schaffen können, ohne gegen das Wertpapierrecht zu verstoßen.
Die aktuellen Chancen für die Verabschiedung des CLARITY Act liegen bei etwa 55 %. Die Abstimmung im Repräsentantenhaus mit 294 zu 134 Stimmen spiegelt die parteiübergreifende Unterstützung des Gesetzentwurfs wider.
Warum Banken genau hinschauen
Expertenanalysen deuten darauf hin, dass das CLARITY Act 14 neue kryptobezogene Dienstleistungen freischalten könnte, die Banken anbieten dürften, darunter besicherte Kredite für Kryptobestände und Verwahrungsdienste.
Der Zusammenbruch von FTX im Jahr 2022 hat gezeigt, wie schlimm das Fehlen klarer Regeln für Privatanleger enden kann, und gab den Gesetzgebern den politischen Schutz, umfassende Kryptogesetze zu verfassen, anstatt weiterhin durch Durchsetzungsmaßnahmen zu regieren.
Was das für Anleger bedeutet
Der Nachteil ist, dass Klarheit mit Compliance-Kosten verbunden ist. Kritiker haben Bedenken hinsichtlich verstärkter Überwachungsmaßnahmen geäußert, die einige der Überwachungsmechanismen im Zusammenhang mit digitalen Zentralbankwährungen widerspiegeln könnten. Erweiterte Meldepflichten könnten die Funktionsweise dezentraler Protokolle in den USA verändern.
Es lohnt sich, die Verlagerung der meisten Blockchain-nativen Token von der SEC in die CFTC-Gerichtsbarkeit aufmerksam zu beobachten. Die CFTC wurde in der Vergangenheit als eine kryptofreundlichere Regulierungsbehörde angesehen, doch die Übernahme der Aufsicht über eine riesige neue Anlageklasse wird die Kapazität und den Ansatz der Behörde auf die Probe stellen.
Die Durchgangswahrscheinlichkeit von 55 % spiegelt echte Unsicherheit wider. Der Stablecoin-Kompromiss ist zwar hilfreich, löst aber nicht alle Streitpunkte. Anleger sollten auf beide Szenarien vorbereitet sein: eine Welt, in der der CLARITY Act im Jahr 2026 in Kraft tritt, und eine Welt, in der er ins Stocken gerät und das regulatorische Fegefeuer weitergeht.