In einem südkoreanischen Krypto-Rechtsfall wird Berufung über Gewinne in Höhe von über 5,1 Millionen US-Dollar eingelegt

Südkoreas erster Krypto-Marktmanipulationsfall im Rahmen des Virtual Asset User Protection Act geht am 11. Juni in die Phase der kritischen Berufung. Einem lokalen Medienbericht zufolge wird das Oberste Gericht von Seoul nun prüfen, ob Staatsanwälte angebliche illegale Gewinne in Höhe von etwa 7,1 Milliarden Won oder etwa 5,1 Millionen US-Dollar nachweisen können. Der Fall ist zu einem wichtigen Test für Südkoreas neues System zur Durchsetzung digitaler Vermögenswerte geworden, insbesondere für die Frage, wie Gerichte Gewinne aus unfairem Kryptohandel messen.
Berufung legt Gewinnanspruch in Höhe von 5,1 Millionen US-Dollar an das Zentrum
Der Fall begann, nachdem die Behörden den Leiter einer Krypto-Asset-Management-Firma und einen ehemaligen Mitarbeiter beschuldigt hatten, zwischen Juli und Oktober 2024 einen börsennotierten Token manipuliert zu haben. Die Staatsanwälte behaupteten, dass die Angeklagten wiederholt Kaufaufträge zu hohen Preisen, Verkaufsaufträge zu niedrigen Preisen, gefälschte Kaufaufträge und automatisierten Handel verwendet hätten.
Nach Angaben der Staatsanwälte bestand das Ziel darin, die Aktivität anzukurbeln und den Anschein einer stärkeren Marktnachfrage zu erwecken. Im Februar befand das Gericht des südlichen Bezirks Seoul, dass die Manipulationsvorwürfe erwiesen seien.
Infolgedessen erhielt der Unternehmensvertreter drei Jahre Gefängnis, eine Geldstrafe von 500 Millionen Won und eine Beschlagnahmung von etwa 846 Millionen Won. Ebenso erhielt der ehemalige Mitarbeiter eine zweijährige Haftstrafe, die auf drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt wurde.
Das Gericht lehnte jedoch den Versuch der Staatsanwaltschaft ab, die gesamten 7,1 Milliarden Won an angeblich unfairen Gewinnen zu beschlagnahmen. Die Richter sagten, die Berechnung sei nicht durch ausreichende Beweise gestützt worden. Durch diese Entscheidung geht es bei der Berufung weniger um die Frage, ob eine Manipulation stattgefunden hat, sondern vielmehr darum, wie illegale Gewinne gemessen werden sollten.
Fast-Track-Fall testet neue Befugnisse zur Krypto-Durchsetzung
Die Berufung ist bemerkenswert, da sie einem beschleunigten Überweisungsverfahren gemäß dem Virtual Asset User Protection Act folgte. Das Gesetz trat am 19. Juli 2024 in Kraft, nachdem jahrelang Besorgnis über Lücken in der Kryptoaufsicht bestand.
Frühere Vorschriften konzentrierten sich hauptsächlich auf Kontrollen zur Bekämpfung der Geldwäsche. Das neue Rahmenwerk weitete die Aufsicht jedoch auf den Schutz des Benutzervermögens, die Börsenüberwachung und unfaire Handelspraktiken, einschließlich Preismanipulation, aus.
Mithilfe des Systems können Börsen verdächtige Transaktionen erkennen und die Ergebnisse zur behördlichen Überprüfung einreichen. Die Financial Services Commission und der Financial Supervisory Service können dann schwerwiegende Fälle an die Staatsanwaltschaft weiterleiten.
Das FSC hat außerdem erklärt, dass beschleunigte Überweisungen eingesetzt werden können, wenn Verdächtige fliehen oder Beweise vernichten könnten. Dieser Fall wird daher als erster Maßstab dafür betrachtet, wie schnell das neue System von Handelswarnungen zur gerichtlichen Durchsetzung übergehen kann.
Inzwischen haben sowohl die Staatsanwaltschaft als auch die Verteidigung Berufung eingelegt. Das bedeutet, dass das Obergericht die Manipulationsfeststellung des Untergerichts und den umstrittenen Einziehungsbetrag prüfen kann.
Die Kryptosteuerdebatte erhöht den Druck auf Investoren
Der Appell kommt auch, während Südkorea sich auf die Einführung seines verzögerten Krypto-Steuerrahmens im Januar 2027 vorbereitet. Lokale Medien berichteten, dass das Ministerium für Wirtschaft und Finanzen am 7. Mai auf einem Forum der Nationalversammlung mitgeteilt habe, dass Krypto-Gewinne über 2,5 Millionen Won mit einer kombinierten Steuer von 22 % belegt werden.
Dazu gehören eine Einkommenssteuer von 20 % und eine lokale Einkommenssteuer von 2 %. Der National Tax Service hat mit der Vorbereitung der Infrastruktur für die Datenerfassung und Berichterstattung im Austausch begonnen. Die ersten entsprechenden Einkommensteuererklärungen werden im Jahr 2028 erwartet.
Der Plan könnte etwa 13 Millionen Krypto-Investoren betreffen. Nach mehreren Verzögerungen, darunter der jüngsten Verschiebung von 2024 auf 2027, ist es weiterhin politisch heikel. Kritiker argumentieren hingegen, dass die Durchsetzungssysteme und die Konsistenz der Politik weiterhin ungeklärt seien.
Die Debatte verschärfte sich, nachdem Seoul seine Finanzinvestitionssteuer für Aktienanleger abgeschafft hatte, während für virtuelle Vermögenswerte gesonderte Regeln beibehalten wurden. Insgesamt könnte die Anhörung am 11. Juni nun sowohl die Gerichtsstandards als auch die Markterwartungen beeinflussen. Für den südkoreanischen Kryptosektor rückt die Berufung die Durchsetzung, Beschlagnahme und Steuerbereitschaft in den Mittelpunkt.
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