Ergebnisbericht von Super Micro Computer (SMCI): Wichtige Themen jenseits der Zahlen

Inhaltsverzeichnis Super Micro Computer (SMCI) wird voraussichtlich nach Börsenschluss am Dienstag seine Finanzergebnisse für das dritte Quartal veröffentlichen, wobei die Aktionäre Klarheit über zahlreiche Bedenken wünschen, die weit über die vierteljährlichen Leistungskennzahlen hinausgehen. Super Micro Computer, Inc., SMCI-Aktien wurden während der Dienstagssitzung bei 27,65 $ gehandelt, was einem Tagesverlust von etwa 1 % entspricht. Die Aktie hat seit Jahresbeginn 5,6 % verloren. Der von FactSet zusammengestellte Wall-Street-Konsens geht von einem bereinigten Gewinn von 0,62 US-Dollar pro Aktie und einem Quartalsumsatz von 12,4 Milliarden US-Dollar aus. Diese Zahlen stellen ein erhebliches Wachstum im Vergleich zu den 0,31 US-Dollar je Aktie und dem Umsatz des Vorjahresquartals von 4,6 Milliarden US-Dollar dar – was einer Umsatzsteigerung von etwa 169 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. Allerdings würden diese Prognosen einen sequenziellen Rückgang gegenüber dem Vorquartal mit einem Umsatz von 12,7 Milliarden US-Dollar und einem Gewinn je Aktie von 0,69 US-Dollar bedeuten, was die Analystenschätzungen um 41 % übertraf. Während die Finanzkennzahlen ein Narrativ darstellen, zeichnen die jüngsten Entwicklungen ein komplizierteres Bild. Das Justizministerium erhob im März Strafanzeige gegen drei Personen, darunter den Mitbegründer des Unternehmens Yih-Shyan „Wally“ Liaw, mit dem Vorwurf einer Verschwörung zum illegalen Export von in den USA hergestellten KI-Servern nach China, was gegen Exportbestimmungen verstößt. Während Super Micro selbst nicht angeklagt wurde und seine uneingeschränkte Kooperation mit den Behörden erklärt hat, trat Liaw anschließend aus dem Vorstand zurück. Nach der Bekanntgabe der Anklage brach die Aktie um 33 % ein. Super Micro hat eine unabhängige interne Überprüfung eingeleitet, die Aktionäre wünschen sich jedoch einen Kommentar des Managements mit konkreten Details zum Stand der Untersuchung. Jegliche Offenlegung im Zusammenhang mit der Untersuchung wird während der Telefonkonferenz zu den Ergebnissen einer eingehenden Prüfung unterzogen. Zusätzlicher Druck entstand durch die Oracle-Situation. Die Analysten von Bluefin Research berichteten am 23. April, dass Super Micro aus einem wichtigen Oracle-Vertrag ausgeschlossen worden sei. Die Aktien fielen in dieser Sitzung um 8,3 %. Das Unternehmen gab keinen öffentlichen Kommentar zu dem Bericht ab. Analysten der Bank of America äußerten Bedenken, dass Komponentenlieferanten – insbesondere Nvidia – die GPU-Lieferzuteilungen an Super Micro reduzieren könnten, während Kunden ihre Einkäufe stillschweigend auf Konkurrenten wie Dell und HPE umleiten könnten. Die Bruttogewinnmargen sind auf rund 8 % gesunken, ein deutlicher Rückgang gegenüber Werten von über 18 % im Geschäftsjahr 2023. Die Marktteilnehmer beobachten genau, ob die Margen einen Boden finden können oder ob steigende Rechts- und Compliance-Ausgaben zu einer weiteren Verschlechterung führen werden. Die Stimmung der Analysten ist zurückhaltender geworden. Die durchschnittliche Bewertung von 18 Analysten bleibt unverändert. Das durchschnittliche Kursziel von 33,20 US-Dollar deutet auf eine potenzielle Aufwertung von etwa 19 % gegenüber dem aktuellen Handelsniveau hin, bleibt jedoch deutlich hinter den Zielen von über 50 US-Dollar zurück, die zu Beginn des Jahres üblich waren. Northland Capital Markets stufte die Aktien kürzlich herab, wobei Analysten die jüngsten Veränderungen in der Führung als „eher reaktionär als proaktiv“ bezeichneten. Kevin Cassidy, Analyst bei Rosenblatt Securities, stellte fest, dass die Verwaltung mutmaßlich unbefugter Mitarbeiteraktionen „nicht“ zu den Kernkompetenzen des Unternehmens gehöre. Die SMCI-Aktie erreichte am 13. März 2024 mit 118,81 US-Dollar ihren Allzeithöchstwert. Von diesem Höchststand an haben die Aktien 77 % ihres Wertes verloren. Was die Produktentwicklung angeht, hat Super Micro seine Betriebskapazität im Silicon Valley erweitert und neue Arm-basierte Serverlösungen eingeführt. Die Gewinnprognosen pro Aktie sind in den letzten 60 Tagen um 0,3 % gestiegen, blieben aber in der vergangenen Woche unverändert. Die Veröffentlichung der Quartalsergebnisse ist nach der Schlussglocke am Dienstag geplant.