Tor Project leitet ab dem 19. Mai die Web3-Crowdfunding-Kampagne für Internetfreiheit

Das Tor-Projekt, die gemeinnützige Organisation hinter dem am weitesten verbreiteten Anonymitätsnetzwerk im Internet, startet eine krypto-native Crowdfunding-Kampagne zur Finanzierung von Datenschutz- und Zensurumgehungstools. Die Kampagne läuft vom 19. Mai bis 18. Juni 2026 und unterstützt etwa 10 bis 11 gemeinnützige Projekte, die sich mit allen Themen befassen, von sicherer Kommunikation bis hin zu digitaler Infrastruktur von öffentlichem Interesse.
Die Organisation, deren Browser etwa 4,8 Millionen Mal täglich gestartet wird, war in der Vergangenheit auf traditionelle Zuschüsse angewiesen. Diese Kampagne stellt einen bewussten Schwenk hin zur dezentralen Finanzierung dar und nutzt dafür quadratische Finanzierung.
Quadratische Finanzierung trifft auf Internetfreiheit
Die Kampagne nutzt quadratische Finanzierung, ein Modell, bei dem die Anzahl der einzelnen Spender Vorrang vor der Größe der einzelnen Beiträge hat. Wenn 500 Personen jeweils 5 US-Dollar spenden, erhält das Projekt mehr entsprechende Mittel als ein Wal, der 2.500 US-Dollar verliert. Die Mathematik belohnt die Breite der Unterstützung, nicht die Tiefe der Taschen.
Der entsprechende Pool beläuft sich auf 115.000 US-Dollar und wird von Cake Wallet, Zcash Community Grants, Logos und Octant bereitgestellt. Diese entsprechenden Dollars werden proportional verteilt, basierend auf der Anzahl der einzelnen Spender, die jedes Projekt unterstützen, und nicht auf der Grundlage der Gesamtsumme, die einfließt.
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Die Kampagne wird gemeinsam von Funding the Commons geleitet, einer Organisation, die sich auf nachhaltige Finanzierungsmechanismen für öffentliche Güter konzentriert. Zusammen mit Tor haben sie eine Reihe von Projekten zusammengestellt, darunter SecureDrop, das Whistleblower-Einreichungssystem, das von großen Nachrichtenredaktionen verwendet wird, und OnionShare, das anonymen Dateiaustausch über das Tor-Netzwerk ermöglicht.
Warum Tor sich der Kryptowährung zuwendet
Das Tor-Projekt nimmt seit Jahren Bitcoin-Spenden entgegen. Aber diese Kampagne signalisiert einen strukturellen Wandel in der Art und Weise, wie sie über die Finanzierung von Nachhaltigkeit denkt.
Die traditionelle Zuschussfinanzierung war für Tor das A und O. Staatliche Zuschüsse, insbesondere von US-Behörden, machten in der Vergangenheit einen erheblichen Teil des Budgets der Organisation aus. Dieses Finanzierungsmodell birgt ein offensichtliches Spannungsverhältnis: Ein von Journalisten, Aktivisten und Dissidenten weltweit genutztes Datenschutzinstrument, das teilweise von denselben Regierungen finanziert wird, die manchmal genau diese Benutzer überwachen.
Nach Angaben von Freedom House ist die weltweite Internetfreiheit seit 15 Jahren in Folge zurückgegangen, wobei immer mehr Länder den Zugang zu größeren Teilen des Internets einschränken.
Die Projekte und die Unterstützer
Die 10 für die Kampagne ausgewählten gemeinnützigen Projekte umfassen eine Reihe von Arbeiten im Bereich Datenschutz und digitale Rechte. Über SecureDrop und OnionShare hinaus umfasst das vollständige Programm die Umgehung der Zensur, sichere Kommunikation und das, was die Organisatoren als digitale Infrastruktur von öffentlichem Interesse bezeichnen.
Die passenden Poolsponsoren sind einen genaueren Blick wert. Cake Wallet ist eine datenschutzorientierte mobile Geldbörse, die Monero, Bitcoin und andere Vermögenswerte unterstützt. Zcash Community Grants finanziert Projekte im Zcash-Ökosystem, das auf wissensfreien Beweisen und Transaktionsdatenschutz basiert. Logos beschreibt sich selbst als eine Bewegung, die eine vertrauensminimierte Governance-Infrastruktur aufbaut. Octant ist eine Plattform zur Finanzierung öffentlicher Güter mithilfe von Ethereum-Einsatzerträgen.
Was dies für Anleger und das breitere Krypto-Ökosystem bedeutet
Das Risiko besteht, wie immer bei quadratischer Finanzierung, in Sybil-Angriffen, bei denen schlechte Akteure falsche Identitäten erstellen, um die passende Formel auszutricksen. Wie Tor und Funding the Commons mit der Identitätsprüfung und Betrugsprävention umgehen, wird darüber entscheiden, ob die Ergebnisse der Kampagne glaubwürdig oder umstritten sind. Die 4,8 Millionen täglichen Browserstarts deuten auf eine riesige potenzielle Spenderbasis hin, aber die Umwandlung anonymer Benutzer in verifizierte, einzigartige Mitwirkende ist eine grundlegend andere Herausforderung als die Bereitstellung von Webseiten für sie.