Der Abstoß von US-Schulden durch japanische Investoren im ersten Quartal führt zu neuem Streit über den Status von Kryptowährungen und Edelmetallen als sicherer Hafen

Die aktuelle Marktlandschaft scheint zwischen Vermögenswerten zu schwanken, die als sichere Häfen gelten, wie etwa Metalle, und solchen, die als riskanter gelten. Ein bemerkenswerter Trend zeichnet sich beim Verhältnis von $BTC/XAU ab, das im zweiten Quartal um 19 % gestiegen ist und damit die beeindruckendste Quartalsleistung seit demselben Zeitraum im Jahr 2025 darstellt. Dieser deutliche Anstieg des Verhältnisses deutet darauf hin, dass Bitcoin im Vergleich zu Gold trotz des Wiederauflebens der makroökonomischen Unsicherheit größere Kapitalzuflüsse anzieht.
Allerdings teilen nicht alle Experten die gleiche Meinung: Peter Schiff betrachtet den jüngsten Rückgang bei Gold und Silber als Kaufgelegenheit, getrieben von seiner Erwartung einer steigenden Inflation und höherer Renditen. Diese Perspektive basiert auf der klassischen Rolle von Gold als Absicherung gegen Inflation.
Aus technischer Sicht nähert sich das Verhältnis von $BTC/XAU seinem Widerstandsniveau von Mitte Januar, das zuvor zu einem starken Rückgang des Bitcoin-Werts geführt hatte. Im Januar stürzte Bitcoin um über 30 % von seinem lokalen Höchststand von 93.000 $ auf rund 62.000 $ bis Mitte Februar ab. Die Frage ist nun, ob sich dieses Szenario wiederholt und möglicherweise den Ruf von Bitcoin als Absicherungsinstrument untergräbt.
Die makroökonomische Landschaft liefert einige Einblicke: Die Inflation stieg im April auf 3,8 % und die Renditen von Staatsanleihen erreichten Mehrmonatshöchststände von über 4,5 %. Dieses Umfeld steht im Einklang mit Peter Schiffs pessimistischem Ausblick für den US-Markt. Infolgedessen fragen sich Anleger, welcher Vermögenswert, Bitcoin oder Gold, besser positioniert ist, um der vorherrschenden Unsicherheit standzuhalten.
Erwähnenswert ist auch die Situation in Japan, da der Ausverkauf der Staatsanleihen des Landes erhebliche Auswirkungen auf die Liquidität von Bitcoin haben könnte. Der Yen steht unter Druck, der USD/JPY-Wechselkurs stieg diese Woche um über 1,3 %, was den stärksten wöchentlichen Anstieg seit Mitte Februar darstellt. Diese Entwicklung deutet zusammen mit den Verkäufen von Staatsanleihen der Bank of Japan im Wert von 33 Millionen US-Dollar im ersten Quartal auf eine umfassendere Straffung der Geldpolitik in Japan hin.
Der Einfluss dieser Faktoren auf das Verhältnis von $BTC/XAU ist klar, da es im ersten Quartal um 28 % korrigiert wurde. Als die Renditen stiegen und der US-Dollar stärker wurde, war die Bank of Japan gezwungen, ihre Bestände an Staatsanleihen anzupassen, um den Yen zu stützen, was zu einer Kapitalrotation in Gold statt in Bitcoin führte.
Ein Blick in die Gegenwart: Die Marktsituation ähnelt auf unheimliche Weise der des ersten Quartals. Da die Renditen von Staatsanleihen steigen und sich der US-Dollar der 100-Marke nähert, stößt das Verhältnis von $BTC/XAU auf erheblichen Widerstand. Sollte sich die Geschichte wiederholen, kann eine weitere Korrektur des Bitcoin-Werts nicht ausgeschlossen werden, was Peter Schiffs These Glaubwürdigkeit verleiht.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass sich das Verhältnis von $BTC/XAU einem kritischen Widerstandsniveau nähert und der zunehmende makroökonomische Druck die Wahrscheinlichkeit eines Bitcoin-Rückgangs erhöht. Da der US-Dollar stärker wird, die Renditen steigen und die von Japan getriebenen Kapitalströme möglicherweise die Liquidität verknappen, ist eine Korrektur ähnlich der im ersten Quartal durchaus möglich. Daher sollten Anleger auf einen möglichen Wertverlust von Bitcoin vorbereitet sein.