Das Anlegervertrauen schwankt, da Bitcoin aufgrund der steigenden US-Kreditkosten mit Unsicherheit konfrontiert ist.

Bitcoin ist in eine vorsichtige Phase eingetreten, da der makroökonomische Druck wieder zunimmt, wobei sich die Renditen von US-Anleihen als jüngste Variable herausstellen, die die Preisrichtung beeinflusst.
In den letzten Monaten hat der Vermögenswert die makroökonomischen Entwicklungen genauer verfolgt, wobei US-Wirtschaftsdaten die Stimmung auf den Risikomärkten prägten.
Während sich Bitcoin [BTC] weiterhin in der Nähe der 80.000-Dollar-Marke bewegt und die geopolitischen Spannungen nachgelassen haben, hat sich die Aufmerksamkeit auf den Anleihenmarkt verlagert.
Die Rendite zweijähriger US-Staatsanleihen zeigt nun erste Anzeichen einer Stärke, was Bedenken hinsichtlich einer Verschärfung der Finanzierungsbedingungen weckt.
Steigende Renditen beleben die Risikoaversion
Die 2-Jahres-Rendite hat begonnen, ein Kopf-Schulter-Muster zu bilden – eine technische Struktur, die häufig Ausbrüchen nach oben vorausgeht.
Sollte sich dieser Schritt bestätigen, könnten die Renditen über die 4 %-Schwelle steigen, mit Spielraum für weiteren Aufwärtstrend. Höhere Renditen spiegeln in der Regel eine knappere Liquidität und ein erhöhtes wirtschaftliches Risiko wider, Bedingungen, die tendenziell Risikoanlagen, einschließlich Bitcoin, belasten.
Quelle: TradingView
Die zugrunde liegenden Treiber bleiben bestehen, da der Inflationsdruck weiter zunimmt und die Wahrscheinlichkeit anhaltend höherer Zinssätze steigt.
Die US-Inflation stieg im März auf 3,3 %, den höchsten Stand seit Mai 2024, obwohl die Federal Reserve die Zinsen auf ihrer letzten Sitzung stabil bei 3,75 % beließ.
Dieser Hintergrund hat die Anleger dazu veranlasst, eine defensivere Haltung einzunehmen. Die Kapitalrotation weg von Risikoanlagen hat sich intensiviert, da höhere Renditen die Opportunitätskosten für das Halten volatiler Instrumente wie Bitcoin erhöhen.
Korrelation schwächt den Abwärtsdruck
Trotz des makroökonomischen Gegenwinds ist Bitcoin weiterhin teilweise von steigenden Renditen betroffen.
Aktuelle Daten zeigen eine Korrelation von 39 % zwischen Bitcoin und Anleiherenditen, was ein erhebliches Maß an Unabhängigkeit bei der Preisbewegung ermöglicht. Dies deutet darauf hin, dass höhere Renditen zwar Druck ausüben, aber wahrscheinlich nicht die Richtung vollständig vorgeben.
Quelle: TradingView
Tatsächlich behält Bitcoin Spielraum für weitere Gewinne, wenn die Nachfrage anhält, und seine Entwicklung hängt nun davon ab, ob die Kaufdynamik die makroökonomische Schwäche ausgleichen kann.
Bisher deutet das Marktverhalten darauf hin, dass US-Investoren weiterhin die Bitcoin-Nachfrage unterstützen.
Der Coinbase Premium Index, der die Bitcoin-Handelsaktivität in den USA misst, zeigt, dass amerikanische Anleger im Vergleich zu den globalen Märkten immer noch bereit sind, einen Aufschlag zu zahlen.
Zum Zeitpunkt der Berichterstattung blieb der Index bei etwa 0,031, was den anhaltenden Kaufdruck in der vergangenen Woche widerspiegelt.
Quelle: CryptoQuant
Wichtig ist, dass die Anleiherenditen noch keinen Durchbruch nach oben bestätigt haben, was kurzfristig Spielraum für eine weitere Akkumulation lässt.
Die US-Nachfrage bleibt eine wichtige Stütze
Auf institutioneller Ebene verzeichneten Spot-Bitcoin-Exchange-Traded-Fonds (ETFs) anhaltende Zuflüsse. Die Anleger verzeichneten neun Tage in Folge Nettokäufe, die bis zum 24. April in einem Wochenhöchstwert von etwa 823 Millionen US-Dollar an Zuflüssen gipfelten.
Es zeichnen sich jedoch erste Anzeichen einer Abschwächung ab, da die täglichen Zuflüsse am selben Tag stark auf 14,45 Millionen US-Dollar zurückgingen, was darauf hindeutet, dass einige Teilnehmer ihr Engagement auf höheren Niveaus verringern könnten.
Einerseits sorgt die anhaltende Nachfrage – insbesondere von US-Investoren – weiterhin für Unterstützung. Andererseits drohen steigende Anleiherenditen die Liquidität zu verknappen und die Stimmung in Richtung Risikoaversion zu verschieben.
Bis die Renditen einen Ausbruch über 4 % bestätigen, bleibt der Markt in einer Warteschleife. Ein entscheidender Anstieg könnte jedoch den makroökonomischen Gegenwind verstärken und die aktuelle Struktur von Bitcoin in Frage stellen.
Abschließende Zusammenfassung
Die Rendite zweijähriger US-Staatsanleihen deutet angesichts zunehmender Inflationssorgen auf eine mögliche Bewegung in Richtung 4,0 % hin.
Bitcoin weist eine Korrelation von 39 % mit den Anleiherenditen auf, wodurch das Abwärtsrisiko begrenzt, aber nicht beseitigt wird.