Regulierungshammer fällt auf indische Wettplattformen, Polymarket wird geschlossen, Kalshi steht vor dem Abgrund

Polymarket, die weltweit größte dezentrale Wettplattform, ist für Benutzer in Indien nicht mehr verfügbar. Auf der Website heißt es: „Diese Website kann nicht erreicht werden. Überprüfen Sie, ob in polymarket.com ein Tippfehler vorliegt.“
Durch das Aktualisieren der Seite wird das Verbindungsproblem nicht behoben.
Der Ausfall folgt auf eine Empfehlung des Ministeriums für Elektronik und Informationstechnologie (MeitY) vom 25. April, die sich an VPN-Dienstanbieter richtet. In der Stellungnahme wurde gewarnt, dass lokale Nutzer trotz „inländischer Verbote“ weiterhin auf „illegale und blockierte Prognosemärkte und Online-Wettplattformen“ zugreifen würden.
Gemäß der Richtlinie waren Internetdienstanbieter verpflichtet, den Zugang zu Prognosemärkten zu sperren, wobei Polymarket zu den Hauptzielen zählte.
Während Kalshi, eine von der U.S. Commodity Futures Trading Commission (CFTC) regulierte Plattform, derzeit noch zugänglich ist, könnte ihr bald ein ähnliches Schicksal drohen. Lokale Medien berichten unter Berufung auf eine anonyme Quelle innerhalb von MeitY und behaupten, die Agentur habe „bereits eine Sperrverfügung an Polymarket erlassen und sei dabei, bereits am Freitag eine Anordnung an Kalshi zu erteilen“.
Vorhersagemärkte ermöglichen es Benutzern, echtes Geld auf die Ergebnisse binärer Ereignisse wie Referenden, Preisbewegungen von Finanzanlagen und Wahlergebnisse zu wetten. Diese Plattformen erlebten während der US-Präsidentschaftswahl 2024 einen enormen weltweiten Popularitätsschub und wurden zu einem wichtigen Ort für Anleger, um politische Ergebnisse abzusichern oder darauf zu wetten.
Allerdings stuft die indische Regierung die Aktivitäten auf diesen Plattformen als Online-Geldspiele ein. Daher fallen sie in eine Kategorie, die gemäß dem Promotion and Regulation of Online Gaming Act 2025 völlig verboten ist.
Die indische Regierung hat eine konsequent „risikoscheue“ und prohibitive Haltung gegenüber dem Kryptowährungssektor beibehalten und der Finanzstabilität und Kapitalkontrolle Vorrang vor dem Branchenwachstum eingeräumt. Neu-Delhi hat eine „Schattenverbot“-Strategie durch Strafbesteuerung angewendet, einschließlich einer 30-prozentigen Pauschalsteuer auf Gewinne und einer 1-prozentigen Quellensteuer (TDS) auf alle Transaktionen, die das inländische Handelsvolumen effektiv gedrosselt hat.
Das Finanzministerium hat sich darauf konzentriert, den Sektor durch die Financial Intelligence Unit (FIU) einer strengen Aufsicht zur Bekämpfung von Geldwäsche (AML) und Counter-Strike Financing (CFT) zu unterziehen. Dieses regulatorische Umfeld hat viele lokale Krypto-Startups dazu veranlasst, in freundlichere Jurisdiktionen wie Dubai oder Singapur zu verlagern, da die Regierung und die Reserve Bank of India weiterhin signalisieren, dass sie private Kryptowährungen eher als spekulative „Geldspiele“ denn als legitime Finanzinnovation betrachten.
Der Ständige Finanzausschuss des indischen Parlaments traf sich am 20. Mai in Delhi mit den Krypto-Börsen Binance, WazirX und Zebpay, um Vorschriften und Besteuerung für die sogenannte VDA-Branche (Virtual Digital Assets) zu besprechen.
Der Ausschuss äußerte Bedenken hinsichtlich der massiven Abflüsse aus dem Land über den Kryptokanal.