Das Misstrauen wächst angesichts der erstaunlichen Genauigkeit von 98 % des mysteriösen Investors bei der Vorhersage globaler Konflikte

Eine überraschende Entdeckung von Forschern bei Bubblemaps, einem Blockchain-Intelligence-Unternehmen, hat Licht auf eine Reihe verdächtiger Wetten geworfen, die auf der Prognoseplattform Polymarket platziert wurden und statistisch unwahrscheinlich erscheinen. Unter der Leitung von CEO Nicolas Vaiman identifizierte das Team 80 ungewöhnliche Wetten, die sich auf ein mögliches militärisches Engagement der USA im Iran konzentrierten und eine beeindruckende Trefferquote von 98 % aufwiesen. Diese Wetten, die über ein Netzwerk aus neun miteinander verbundenen Benutzerkonten abgeschlossen wurden, brachten unglaubliche Gewinne von über 2,4 Millionen US-Dollar ein, hauptsächlich aus Wetten auf US-Verteidigungsoperationen. Bemerkenswert ist, dass diese Positionen Tage vor bedeutenden Ereignissen festgelegt wurden, darunter iranische Angriffe, der Sturz des obersten iranischen Führers und eine Waffenstillstandserklärung am 28. Februar.
In einem Gespräch mit CoinDesk enthüllte Vaiman, dass diese Händler eine clevere Taktik anwendeten und am 20. Februar absichtlich kleinere Verlustwetten platzierten, um unauffällig zu bleiben. „Ihre Strategie bestand darin, Wetten strategisch über mehrere Termine hinweg zu platzieren, um die Rendite zu maximieren, anstatt sich nur auf unmittelbare militärische Aktionen zu konzentrieren“, erklärte Vaiman. Bubblemaps veröffentlichte seine Ergebnisse am 18. Mai und teilte umfassende Datenvisualisierungen und Beweise auf der Social-Media-Plattform X.
Die Untersuchung hat erhebliche Auswirkungen, da sie das Potenzial für Insider-Ausbeutung und die mit Prognosemärkten verbundenen Risiken aufzeigt. Ein bemerkenswertes Beispiel ist Master Sergeant Gannon Ken Van Dyke, ein Green Beret der US-Armee, der 400.000 US-Dollar mit Polymarket-Positionen im Zusammenhang mit einer venezolanischen Militäroperation verdiente, an der er direkt beteiligt war. Untersuchungen legen nahe, dass lediglich 3 % der informierten Marktteilnehmer für die auf diesen Plattformen beobachtete Vorhersagegenauigkeit verantwortlich sind, während die restlichen 97 % nur einen minimalen Wert beisteuern.
Vaiman warnte, dass gegnerische Regierungen diese Wettmuster analysieren könnten, um sensible militärische Informationen zu erhalten, was eine erhebliche Bedrohung für die nationale Sicherheit darstelle. „Die größte Sorge besteht darin, dass feindliche Akteure ihre militärischen Strategien auf der Grundlage dieser Informationen anpassen und dabei zahlreiche Leben gefährden könnten“, erklärte er. Darüber hinaus schlug Vaiman vor, dass staatliche Akteure Prognosemärkte nutzen könnten, um Desinformation zu verbreiten und sie effektiv in Instrumente für Geheimdienstoperationen und Informationskriegsführung umzuwandeln.
Die jüngsten Schlagzeilen rund um die Prognosemärkte haben die Aufmerksamkeit der Gesetzgeber auf sich gezogen, wobei Senator Hickenlooper seine Besorgnis über die von diesen Plattformen ausgehenden Risiken zum Ausdruck brachte. Der Abgeordnete Mike Levin und Senator Adam Schiff haben gemeinsam den DEATH BETS Act eingeführt, der darauf abzielt, Wettverträge im Zusammenhang mit militärischen Konflikten und Kriegsführung zu verbieten. Als Reaktion darauf hat Polymarket eine Partnerschaft mit Chainalysis angekündigt, um fortschrittliche Überwachungssysteme zu implementieren, die künstliche Intelligenz und forensische Blockchain-Tools nutzen, um verdächtige Handelsaktivitäten zu identifizieren.
Unterdessen entbrennt ein wachsender Rechtsstreit um die Regulierungsbefugnis für Prognosemarktoperationen. Sechzehn Bundesstaaten haben rechtliche Schritte gegen Prognosemarktplattformen eingeleitet, wobei Minnesota der erste Bundesstaat ist, der sich für ein vollständiges Verbot einsetzt. Die Commodity Futures Trading Commission (CFTC) hat Klagen gegen sechs Bundesstaaten eingereicht, darunter Minnesota, Wisconsin, New York, Connecticut, Illinois und Arizona, und beansprucht die ausschließliche Bundeshoheit über ereignisbasierte Verträge. Die CFTC hat in Arizona eine einstweilige Verfügung erwirkt, die den Staat daran hindert, Strafanzeige gegen Kalshi, die größte Prognosemarktplattform in den USA, zu erheben. Während der Zuständigkeitskonflikt eskaliert, prognostizieren Rechtswissenschaftler, dass die Angelegenheit letztlich möglicherweise durch das Eingreifen des Obersten Gerichtshofs geklärt werden muss.