Eskalierende Spannungen mit dem Iran könnten Amerikas Kreditkosten in die Höhe treiben, sagt die Financial Times

Die ohnehin schon enorme Zinsrechnung der US-Regierung wird sich noch deutlich verschlimmern. Steigende Staatsanleiherenditen, angeheizt durch den eskalierenden Konflikt zwischen den USA und dem Iran, könnten der Financial Times zufolge die Zinszahlungen des Bundes um Dutzende Milliarden Dollar erhöhen.
Was treibt den Renditeanstieg an?
Brent-Rohöl schwankt zwischen 80 und 100 US-Dollar pro Barrel, da die Märkte mögliche Störungen in der Straße von Hormus, einem der kritischsten Öl-Engpässe der Welt, einpreisen. Höhere Ölpreise bedeuten höhere Inflationserwartungen, und höhere Inflationserwartungen bedeuten, dass Anleger höhere Renditen für Staatsanleihen verlangen.
Die Rendite 10-jähriger US-Staatsanleihen ist auf Mehrmonatshochs gestiegen und lag im Zeitraum März bis Mai zwischen 4,4 % und 4,58 %. Die 2-Jahres-Rendite stieg in den akutesten Phasen konfliktbedingter Spannungen um über 0,5 Prozentpunkte.
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Die ausstehenden Schulden der USA betragen rund 36 Billionen US-Dollar. Selbst geringfügige Renditesteigerungen führen, wenn sie bei der Verlängerung der Schulden auf den Schuldenberg angewendet werden, zu enormen Zusatzkosten. Die Einschätzung der FT, dass der Schaden mehrere zehn Milliarden betragen könnte, ist eher konservativ, je nachdem, wie lange die Renditen hoch bleiben.
Der Konflikt eskalierte um den 2. März 2026, nachdem Angriffe den Obersten Führer des Iran, Ayatollah Ali Khamenei, töteten. Die Auktionsleistung für kurzfristigere Schulden hat sich merklich abgeschwächt, ein Zeichen dafür, dass Anleger bessere Konditionen verlangen, um den Refinanzierungsbedarf der Regierung zu decken.
Das schrumpfende Spielbuch der Fed
Vor der Eskalation des Konflikts hatten die Märkte mögliche Zinssenkungen als Teil eines eventuellen Lockerungszyklus eingepreist. Diese Erwartungen schwinden nun schnell. Der durch den Konflikt verursachte Inflationsdruck hat die Fed effektiv in die Enge getrieben und eines der wichtigsten Instrumente entfernt, das die Risikobereitschaft auf den Finanzmärkten unterstützt hat.
Was das für Krypto-Investoren bedeutet
Bitcoin wurde in dieser Zeit des geopolitischen Umbruchs in einer Spanne von etwa 68.000 bis 77.000 US-Dollar gehandelt, gefangen zwischen makroökonomischer Unsicherheit, die die Preise nach unten zog, und struktureller Nachfrage, die eine Untergrenze bildete.
Wenn die Renditen stark steigen, kommt es tendenziell zu einem Ausverkauf risikoreicher Anlagen, da das Kapital in Richtung der plötzlich attraktiveren Renditen von Staatsanleihen rotiert. Ethereum und andere Altcoins stehen vor einer schwierigeren Situation, da diese Vermögenswerte tendenziell Bewegungen in der allgemeinen Marktstimmung verstärken und in der Regel die Hauptlast der Neupositionierung tragen, wenn sich die finanziellen Bedingungen verschärfen.
Die praktische Erkenntnis für Krypto-Händler ist, dass Makros zur dominierenden Variablen geworden sind. Positionsgröße und Risikomanagement sind wichtiger als sonst, wenn ein einzelner Raketenangriff die 2-Jahres-Rendite um einen halben Prozentpunkt steigern kann.